Bewerben im Ausland

Egal ob du dich für ein Praktikum, einen Ferienjob oder eine feste Stelle bewirbst – mit Fehlern in der Bewerbung bist du überall schnell aus dem Rennen. Rechtzeitige und vor allem umfangreiche Recherchen, erhöhen deine Chancen bei der internationalen Arbeitssuche.

Recherche ist das A und O

Es gibt jede Menge Punkte, die in den verschiedenen Ländern anders gehandhabt werden. Wenn du diese Punkte nicht beachtest, hinterlässt das einen schlechten ersten Eindruck und führt eventuell dazu, dass deine Bewerbung direkt im Müll landet. Über folgende Dinge solltest du dich auf jeden Fall informieren:

  • • In welcher Form wird der Lebenslauf gefordert (narrativ oder tabellarisch)?
  • Brauche ich ein Bewerbungsfoto, ja oder nein?
  • Soll der Lebenslauf beim ersten relevanten Abschluss oder beim aktuellen Zeitpunkt beginnen?
  • Brauche ich Zeugnisse und Referenzen, ja oder nein?
  • Soll ich Zeugnisse in die Bewerbung einfügen oder erst zum Gespräch mitbringen?
  • Brauche ich ein separates Motivationsschreiben, ja oder nein?
Internationale Vorteile
Bestimmte Bereiche werden in Deutschland besser bzw. umfassender ausgebildet als im Ausland, wenn du in diesen Bereichen Stärken, Erfahrungen oder sogar spezielle Qualifikationen hast, solltest du das auf jeden Fall erwähnen um im Vergleich zu deiner internationalen Konkurrenz heraus zu stechen. Besonders deine Sprachkompetenz verschafft dir Pluspunkte beim Arbeitgeber, sofern sie dich von den inländischen Bewerbern abhebt. Bei nationalen Konzernen, die weltweit Standorte haben, kannst du natürlich mit deinen Deutschkenntnissen punkten. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass es in vielen Ländern wie z. B. Frankreich, Italien oder Spanien gerade in kleineren Unternehmen erwünscht ist, die Landessprache zu beherrschen.

Abgesehen von deinen oben erwähnten Kompetenzen interessieren sich die potentiellen Arbeitgeber oft auch für deine Beweggründe ins Ausland zu gehen. Falls also ein Motivationsschreiben erwünscht ist, solltest du deutlich machen, wieso du den Schritt ins Ausland wagen möchtest: So erfährt der Arbeitgeber noch ein bisschen mehr von dir als Person anstatt nur vom fachlichen Vorteil, den er durch dich hat.
Andere Länder – Andere Sitten

Einige der Angaben, die bei uns in Deutschland erwartet werden, sind im Ausland unangebracht. Um beispielsweise Diskriminierung zu vermeiden, werden Angaben wie Alter, Familienstand und Religionszugehörigkeit in manchen Ländern nicht angegeben; auch Bewerbungsfotos im Lebenslauf sind teilweise ungern gesehen. Welche Angaben du letztendlich in deiner Bewerbung aufnehmen solltest und welche nicht, ist in einigen europäischen Ländern sogar gesetzlich geregelt. Hier gilt also wieder:
Recherche ist das A und O

Die in Deutschland allseits bekannte, klassische Bewerbungsmappe kommt ebenfalls nur noch in den wenigsten Ländern wirklich gut an. In vielen Ländern, wie Norwegen oder den Niederlanden, werden digitale Bewerbungen per Mail oder über spezielle Portale bevorzugt, wenn nicht sogar verlangt. Die Digitalisierung des Bewerbungsvorgangs erleichtert auch die Kommunikation, sodass Vorstellungsgespräche über Skype keine Seltenheit mehr sind.

Google-Übersetzer – Nein, Danke!

Text einfügen – Übersetzen – Copy & Paste? Darüber solltest du nicht nachdenken, es geht um eine seriöse Bewerbung und nicht um eine einfache Englischhausaufgabe. Meist genügt es deshalb nicht für eine erfolgreiche Bewerbung, die deutschen Unterlagen bloß in die Landessprache zu übersetzen. Wichtig sind vor allem Form und Qualifikationsstufen, diese müssen an die jeweiligen Standards angepasst werden. Der Aufbau eines englischen „CVs“ beispielsweise unterscheidet sich von dem eines deutschen Lebenslaufs; wo bei uns viel Wert auf Zeugnisse gelegt wird, sind zum Beispiel in Großbritannien oder Italien Referenzen sehr wichtig. Dinge wie Unterschriften oder Fotos sind im CV eher selten, ob persönliche Daten wie der Familienstand oder Angaben zu Kindern erwünscht sind, variiert ebenfalls von Land zu Land. Deshalb solltest du dich unbedingt über die Standards in dem jeweiligen Land informieren und deine Unterlagen mit diesen abstimmen. Einiges haben Anschreiben und Lebenslauf aber auch international gemeinsam. Durch vernünftige und aussagekräftige Argumente punktest du zum Beispiel überall. Unsere Tipps sind natürlich nur Anhaltspunkte, es gibt noch mehr Aspekte auf die du bei den verschiedenen Ländern achten solltest.

Wie? Was? Wo?

Nicht nur das Bewerben an sich kann aufwendig sein, auch die Suche nach einem geeigneten Unternehmen bzw. einer geeigneten Stelle kann im Nachhinein komplizierter sein als gedacht. Wir haben einmal ein paar Portale für dich aufgelistet auf denen du dich international und gezielt nach deiner Wunschbranche auf die Suche machen kannst

Wo will ich eigentlich hin?

Du willst unbedingt im Ausland arbeiten, weißt aber noch überhaupt nicht wohin genau und was du dort machen möchtest? Falls du bei der Auswahl deines zukünftigen Berufes flexibel und offen bist, dann ist es natürlich am klügsten, sich in einer Branche zu bewerben, in der es im jeweiligen Zielland Bedarf an Arbeitskräften gibt. Maschinenbau, Verkauf, Telekommunikation, IT, Bildung und Medizin zählen momentan zu den weltweit am stärksten wachsenden Branchen. Hier einmal eine kleine Übersicht der stärksten Wachstumsbranchen in den verschiedenen englischsprachigen Ländern:

 
1USA:
Automobilbranche, Maschinenbau, Medizin, Dienstleistungssektor (besonders Finanzdienstleistungen, Juristen, Lehrer)
2

Australien:

Baugewerbe (auch hier besonders Handwerker), Medizin, Spezialisten im landwirtschaftlichen Bereich
3

Neuseeland:

Baugewerbe (auch hier besonders Handwerker), Medizin, Spezialisten im landwirtschaftlichen Bereich
4

Großbritannien:

Online Marketing, IT, Telekommunikation
5

Kanada:

Medizin, Baugewerbe, Maschinenbau, Umwelttechnik
 
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